Kolumne Bündner Tagblatt

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Besser statt mehr – die Zukunft der Genusskultur in graubünden. So lautet der Titel der neuen Kolumne von Leonie Liesch, graubündenVIVA im Bündner Tagblatt.

Leonie Liesch ist Geschäftsführerin des Vereins graubündenVIVA. Ihr Ziel ist es, durch Ihr Engagement und in enger Zusammenarbeit mit Produzentinnen, landwirtschaftlichen und touristischen Organisationen sowie Verbänden und Wirtschaftspartnern das regionale Ernährungssystem Graubündens weiter zu stärken. Weiter liegt der Fokus auch auf der Sensibilisierung für die Bündner Kulinarik auf Konsumentenseite. Für diese Kolumne gibt Leonie Liesch Einblicke in die Welt von graubündenVIVA und zeigt auf, welche Bedeutung Regionaliät im Kanton Graubünden hat und wie zukünftig dadurch mehr Wertschöpfung generiert werden kann.

Echte Begegnungen, echter Geschmack

Woher kommt unser Essen, woraus setzt es sich zusammen, wie wird es verarbeitet und überhaupt zubereitet? Wir leben in einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen besonders dafür interessieren, was sie essen, von wo es kommt, wer es produziert und vor allem: wie es schmeckt.

Essen hat in der heutigen Gesellschaft einen hohen symbolischen Wert. Schon das Sprichwort: «Du bist was Du isst» prägt dieses Phänomen. Eine bestimmte Ernährung kann ein Lebensgefühl ausdrücken und prägen. Als am gesündesten gelten oftmals entsprechend Lebensmittel mit den Labels wie «regional» und «bio». Gleichzeitig wird der Konsum regional und lokal erzeugter Lebensmittel nicht zuletzt als Beitrag zur Nachhaltigkeit, zur Regionalentwicklung und zur Förderung der Landwirtschaft vor Ort betrachtet.

Biotisch Hofladen Biotisch Hofladen
Ein besonders schönes Beispiel ist der neue Hofladen von Biotisch: mit Leidenschaft kreiert und mit viel Herzblut umgesetzt. Marcel Foffa und Mathias Riedi zeigen wie es geht und sind dabei auch immer auf der Suche nach Neuem und Ungewöhnlichem.

Die neue Nähe zum Produkt

Die Nachfrage nach regionalen Produkten ist seit vielen Jahren ein dominanter Trend. Die Ereignisse der jüngsten Zeit haben dies noch deutlich verstärkt. Als Reaktion auf die zunehmende Globalisierung und Industrialisierung unserer Nahrung speist er sich aus dem Wunsch vieler Konsumenten nach Vertrautheit, Natürlichkeit, Authentizität und Sicherheit. Die Menschen suchen immer Mehr die Nähe zum Produkt, möchten auf den Hof kommen und Einblick in den bäuerlichen Alltag erfahren.

Tomaten Mangold

Für Produzenten eröffnet sich damit die Chance, ihre handwerkliche Meisterschaft zu zeigen, die Qualität ihrer Produkte anschaulich zu vermitteln und damit ein neues Vertrauensverhältnis zu ihren Kunden und Kundinnen aufzubauen. Entscheidend dafür sind persönliche Erlebnisse und echte Begegnungen mit den Menschen dahinter. Besser statt mehr – zu spüren was es bedeutet, wenn Leidenschaft, Engagement und Konsequenz zusammenkommen, hat prägende Auswirkung auf das zukünftige Konsumverhalten der Gesellschaft. Der Wunsch sich nicht nur gesund zu ernähren, sondern auch regional oder lokal die Produkte zu beziehen, zu Wissen wo kommt der Rohstoff eigentlich her – dieser ganz bewusste Konsum erhöht die Nachfrage nach regionalen Spezialitäten und schafft gleichzeitig mehr Wertschöpfung in der Region.

 

graubündenVIVA hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich im Sinne der Sensibilisierung bei den Produzentinnen und Produzenten dafür einzusetzen, dass Begegnungsräume geschaffen werden, um somit dem wachsenden Interesse Herstellung und Qualität von Regionalprodukten gerecht zu werden. Denn immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten wollen ihre Lebensmittel nicht nur verbrauchen, sondern auch wirklich «erleben».

Leonie Liesch, Geschäftsführerin des Vereins graubündenVIVA und Corina Casanova, Präsidentin des Vereins graubündenVIVA.

Das Besondere entdecken:

Nirgendwo sonst spiegelt sich aktuell die Genussvielfalt der Region so gut wider wie auf dem Wochenmarkt in Chur. Ohne Zukauf von Produkten und ohne Zwischenhändler präsentieren hier die Produzenten und Produzentinnen Ihre eigenen Produkte, frisch, saisonal und persönlich – sozusagen ein Bummel durch die Bündner Genusskultur.