Geschichte

Plantahof: Seit 1896 die landwirtschaftliche Bildungsstätte in Graubünden

Den Plantahof kennt man in Graubünden. Er ist DAS landwirtschaftliche Zentrum des Kantons in Bezug auf Aus- & Weiterbildung, Beratung und zudem auch ein Gutsbetrieb.

 

Rund 120 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche plus 150 Hektar Alpweide gehören zu den Plantahof-Gutsbetrieben in Landquart, Chur und Parpan. Weiter eine Sennerei und eine Weinkellerei in Landquart, Hofläden in Landquart und Chur. Und nicht zu vergessen die zwei Hektar Rebfläche in Malans - ein Hektar IP (ressourcenschonende integrierte Produktion), der andere Hektar Bio. Dies alles bildet ein weiträumiges, übers Kantonsgebiet verteiltes Dach der Landwirtschaft.  

Eine «emotionale Heimat für Menschen im ländlichen Raum», so das Leitbild des Plantahofs.

 

Aus- und Weiterbildung stehen seit Beginn an erster Stelle. Beratung und Gutsbetriebe mit Praxisversuchen an zweiter. Der Hof wurde 1811 von Thomas Lareda gegründet, einem aus Russland heimgekehrten Zuckerbäcker, 1886 von Rudolf Alexander von Planta übernommen, der auf Braunviehzucht setzte. 1895 starb von Planta. In seinem Testament schenkte er das Gut dem Kanton mit der Auflage, stets Braunvieh zu züchten und eine landwirtschaftliche Schule einzurichten. Ein Jahr später wurde die Schule eingeweiht und der Hof nach seinem Stifter benannt. «Rindviehhaltung ist immer noch der stärkste Zweig im Plantahof», erklärt Rolf Hug Leiter des Plantahof Gutbetriebes. Ein Trend sei Kleinvieh mit Schafen und Ziegen, «die Bündner Strahlenziege hat sogar hier ihren Ursprung». Schweinehaltung hingegen verliere an Bedeutung «ausser Alpschweine». Die Aufgaben und Projekte des Plantahofs zielen immer stärker in enger definierte Bereiche, etwa wie das aktuelle Walnussprojekt: Um die Bündner Nusstorte auch wirklich mit heimischen Nüssen bestücken zu können, werden ideale Standorte für Walnussbäume gesucht. Die Bäume mögen keine Kälte und schätzen ähnliche Lagen wie Reben. 

Graubünden: Ein komplexes Forschungsfeld

Den Kanton Graubünden bildet ein feingliedriges Netz unterschiedlichster Terroirs. Das bedeutet  Höhenlagen, Ausrichtungen, Bodenbeschaffenheiten, Klimazonen, Bearbeitungsmethoden, Nutzungsarten von Spargelfeld bis Alpweide, Kartoffelacker bis Buchweizenkultur, Kräuterbeet bis Bergerdbeergarten. Nirgends in der Schweiz lassen sich vergleichbare Voraussetzungen für ein derart komplexes Forschungsfeld in der Berglandschaft finden – höchstens vielleicht noch im Wallis. Somit ist der Kanton Graubünden für den Plantahof ein ganz besonderer Standort und gibt dem landwirtschaftlichen Forschungsfeld unglaublich viele Möglichkeiten.

Informationen zum Plantahof finden Sie hier