Geschichte

Wasser & Ruhe

Wanderlust und Gaumenfreuden lassen sich in der Surselva bestens verbinden: Sind die Wädli müde, sorgen Leckereien für Stärkung.

Text — Martin Hoch

Tagesablauf

FREITAG

Der Leuchtturm der Alpen
Bei der Anreise über den Oberalppass sorgt der Verkaufsstand des Biohofs Steiger-Pur mit seinen Ziegenmilchprodukten und würzigen Würsten für eine genussvolle Pause. Und wer die Stiftung Leuchtturm Rheinquelle finanziell unterstützt, erhält einen Schlüssel und damit das Privileg, den höchstgelegenen Leuchtturm der Welt zu betreten.

Essen — Am Stand von Steiger-Pur auf dem Oberalppass, Zugang zum Leuchtturm.

Fürs Picknick
In Sedrun wird der Rucksack für den morgigen Wandertag gefüllt: nicht fehlen dürfen Tujetscher Rohschinken und ein Capricorn-Brot.

Einkaufen — Bei der Metzgerei Curschellas und La Conditoria in Sedrun. 

Im kulinarischen Himmel
Andreas und Barbara Baselgia-Dermon führen das Hotel Greina in der vierten Generation. Engagiert und mit neuen Ideen drückten sie dem Haus ihren Stempel auf: mit einer gutbürgerlichen, saisongerechten Küche und einladenden, neu renovierten Räumlichkeiten.

Essen — Im Hotel Greina in Rabius, Mi geschlossen, hat auch Zimmer ab CHF 75.–. 

Luxus auf dem Zeltplatz
Der Camping Trun liegt direkt am Rhein. Doch nicht nur die Umgebung, auch das Betriebsgebäude aus Holz ist eine Augenweide. Daneben steht ein kleines Häuschen, in dem es sich luxuriös nächtigen lässt. Aber Achtung: Es steht zum Verkauf und wird schon bald auf dem Weg zu seinem neuen Besitzer sein.

Übernachten — Auf dem Camping Trun, Studio für 1 – 5 Pers., ab CHF 30.– pro Person.

 

SAMSTAG

Frische Beeren
Morgenstund hat Beeren im Mund. Zumindest für jene, die im Hof Bubretsch vorbeischauen. Wanderlustige packen gleich noch einen Alpkäse ein.

Einkaufen — Im Hof Bubretsch an der Via Encarden 338 in Surrein, auch Vorbestellung möglich.

In der Wildnis
Hier verlassen Naturliebhaber die Zivilisation: Die geschützte Tundrenlandschaft der Greina-Hochebene kriegt nur zu Gesicht, wer die Wanderschuhe schnürt und durchs Val Sumvitg hochwandert. Ein urchiges Mittagessen serviert Toni Trummer, der Hüttenwart der Camona da Terri. Danach geht’s über die neu erstellte Hängebrücke und den Pass Diesrut (2428 m ü. M.) ins Val Lumnezia.

Wandern — Von Runcahez bis Puzzatsch, ca. 7 Std., via Terri Hütte. Bus Alpin von Rabius-Surrein (Staziun) nach Runcahez. 

Ruhe geniessen
Im Café Greina kommen die Wädli zur Ruhe, während ein Fleischplättli den Magen beglückt und ein Kräutersirup seine erfrischende Wirkung zeigt. Danach sollte man sich die von Gion A. Caminada erbaute Totenstube in Vrin nicht entgehen lassen.

Essen & Entdecken — In Puzzatsch das Café Greina und in Vrin die Totenstube besuchen, Schlüssel in der Kirche. 

In der Fischzucht
Bei den Gastgebern Sarah und Curdin Capeder im A Meisa in Cumbel ist eines sicher: Der Fisch geht ihnen nie aus. Die Bauern ziehen im frischen Bergwasser auf rund 1200 m ü. M. Saiblinge heran.

Essen & Schlafen — Im A Meisa in Cumbel, Di, Fr, Sa 19 h, Reservation! Schlafen im Hotel Miraval

 

SONNTAG

Wo gemahlen wird
Wandern ist des Müllers Lust – so beginnt dieser Tag in der Mühle von Morissen. Anita Michelucci bietet Interessierten in ihrem Restaurant einen Brotbackkurs. Die Mehle mahlt ihr Vater mit Getreide aus der Bergregion.

Backen & Einkaufen — In der Mühle Morissen, Käse und Würste im nahen Hofladen Negozi Sut Vitg

Die Sonnenterrasse wartet 
Von Morissen wandert man zum Picknick-Platz Sogn Carli, hoch über Ilanz und der Rheinschlucht. Die Feuerstelle bei der Kappelle ist jeweils mit Holz bestückt. Gestärkt geht’s danach hoch zum Piz Mundaun und auf der anderen Seite runter nach Cuolm Sura.

Wanderung — Von Morissen nach Cuolm Sura ins Berggasthaus, 2. Std. (mit Sessellift 40 Min. weniger). 

Essen bei der Bäuerin
In Surcuolm lädt Martha Spescha in die Stube ihres Bauernhofes und serviert dort Frischmilch-Zieger und Alpkäse-Kräuterkugeln, geschmorte Kalbshaxe an einer Apfel-Curry-Sauce und zum Nachtisch Nanis gebrannte Crème.

Essen — Bei Martha Spescha in Surcuolm an der Swiss Tavolata teilnehmen. 

Geheimtipp

Wilde Spiesse im Safiental

Regula Jehli von Benis Hirschfarm in Arezen 
 

Andere jagen das Wild, Sie halten Hirsche auf Ihrem Land – wie kam es dazu? 
Wir wollten Landwirtschaft betreiben, doch die steilen Hänge unseres Landes auf 1100 m ü. M. in Arezen (Versam) eigneten sich kaum für die Haltung von Kühen. Für Hirsche wiederum schien uns die Umgebung ideal. Inzwischen weiden die Tiere bereits seit 23 Jahren auf unseren Wiesen.

Sie halten Damhirsche – was zeichnet diese aus?
Es sind scheue Tiere. Sie lassen sich nicht streicheln und legen das Verhalten eines Wildtieres auch nach mehreren Jahren im Gehege nicht ab.

Was gilt es bei der Haltung zu beachten?
Damhirsche sind in ihrer Lebensweise bescheiden, fressen nur Gras und sind kaum krank. Und wir halten in unserem sieben Hektar grossen Gehege jeweils nur so viele Tiere, dass wir sie im Sommer nicht zufüttern müssen.

Sie führen auf Ihrem Hof eine Beiz, was tischen Sie den Gästen auf?
Im Sommer gibt’s Hirschspiesse mit Salat und Pommes frites. Meist auf Lager haben wir auch unseren Hibab, einen Hirsch-Kebab.

Sie vermieten zudem eine Ferienwohnung – was können Gäste in Ihrer Umgebung erleben?
Die Region ist im Sommer interessant für Wanderer und River Rafter, im Winter für Skitouren- und Schneeschuhgänger. Mein liebster Ort ist die Vorderrheinschlucht.

Essen — Auf Benis Hirschfarm in Arezen, nur an ausgewählten Tagen geöffnet.