Region

Surselva

«Tradiziun en moviment – Tradition bewegt»

Das Gebiet der Surselva ist geprägt von der romanischen Sprache. Zu den bekanntesten Landmarken zählen die Rheinschlucht um Flims, die Greina-Hochebene bei Vrin/Rabius und das Kloster Disentis.

Der Tomasee auf dem Oberalppass auf 2344 Meter über Meer gilt als Rheinquelle. Hier entspringt das Leben des Rheins und entlang des Flusslaufes erwacht, gedeiht  und reift in verschiedenen Vegetationsstufen ganz und gar Unterschiedliches. Dass hier auch eine Vielzahl von Spezialitäten gepflegt wird, versteht sich von selbst. 

In der Kulinarischen Sammlung (Fachbeiträge) von graubündenVIVA werden Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse sowie auch Menschen hinter den Bündner Produkten vorgestellt. Dazu ein paar Ausschnitte:

Enzian Schnaps und Kartoffelwurst aus der Surselva

In der Surselva blüht der gelbe Enzian - die «Giansauna melna«. Eine gefragte Pflanze, die über einen Meter hoch wachsen kann und auch mal 70 Jahre alt wird. Doch vielmehr geht es in der Surselva um die Wurzel der Pflanze, den daraus wir Schnaps gebrannt. Wer Schnaps aus Gelbem Enzian brennen will, braucht viel Zeit und eine grosse Schar von Helfern, um genügend Wurzeln auszugraben. Trinkt man einen Schluck Enzian, hat man oft das Gefühl, in ein Stück Erde zu beissen. Dank seinem bitteren Saft ist der Gelbe Enzian vor Tierbiss geschützt.

So macht auch das Bündner Oberländer Schaf einen weiten Bogen um die Pflanze. Die Wurzeln dieser Schaf-Rasse gehen zurück auf das «Tavetscher» oder «Nalpser Schaf». Diese Herkunft ist in der besonderen Vitalität und der Anpassungsfähigkeit der Tiere spürbar. Die letzten reinen Tavetscher Schafe starben Mitte des letzten Jahrhunderts aus. Ab 1984 begann man eine neue Zucht von Tavetscher-ähnlichen Tieren. Die Bündner Oberländer Rasse setzt sich nun aus Schlägen von Vrin, des Sumvitg-Tals, von Tavetsch und Medels zusammen. Entsprechend gross sind die Verschiedenheiten bei der Behornung und der Fellfarbe.

Die Bündner Kartoffelwurst wurde wahrscheinlich im späten 18. Jahrhundert das erste Mal in der Surselva hergestellt. Denn vor der Entdeckung Amerikas waren Kartoffeln in ganz Europa unbekannt. Da die Kartoffeln im Vergleich zum Fleisch sehr günstig und unkompliziert im Anbau waren, wurde die Bündner Kartoffelwurst so zu sagen als Notrezept ins Leben gerufen. Je nach Wohlstand der Familie fügte man der Wurst aus Speck, Rind- oder Schweinefleisch mehr oder weniger Kartoffeln hinzu. Heute gibt es zwei Varianten der Wurst. Eine bei der das Fleisch luftgetrocknet wird und die andere eine Art Siedwurst, die vor allem mit Hackfleisch hergestellt wird.

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