Bündner Oberländer Schaf

Landwirtschaftliches Produkt

Benennung

Typ

  • Familie
  • Gattung
  • Typ

Systematik

Oberländer Schaf, nursa sursilvana

Characteristika

Das Bündner Oberländer Schaf weist verschiedene Färbungen von weiss über silbergrau, hellbraun, braun bis zu schwarz auf. Dass sie vom Landschaf-Typ abstammen, kann man an ihren unbewollten Köpfen und feinen Gesichtszügen erkennen. Sie verfügen über imposante schneckenförmige Gehörne, wobei bei Auen auch unbehornte Tiere vorkommen. Obwohl sie klein und feingliedrig sind, kann man sie als sehr vital bezeichnen. Sie bewegen sich geschickt und leichtfüssig im Gelände. Dank ihrer ausgeprägten Instinkte und ihrer Robustheit sind sie gegenüber extremen Klimabedingungen sehr widerstandsfähig. Das Oberländer Schaf ist ein aufmerksames Tier, das sein Umfeld stets sehr genau beobachtet. Um ihre Lämmer kümmern sie sich äusserst fürsorglich.

Diese Rasse verfügt über eher wenig ausgeprägte Fleischpartien. Das macht sie durch ihre Fleischqualität jedoch wieder gut. Bündner Oberländer Schafe liefern unter extensiven Bedingungen zartes Lammfleisch mit einer leichten Wild-Note. Das Vlies ist mischwollig, besteht also aus verschiedenen Haartypen und eignet sich dadurch sehr gut zum Filzen. Dabei bringen die verschiedenen natürlichen Wollfarbtöne viele Gestaltungsmöglichkeiten, ohne dass gefärbt werden muss.

Die Widerristhöhen liegen bei Auen bei 65–70 cm, bei Widdern bei 70–75 cm. Das Gewicht liegt bei Auen bei 40–60 kg, bei Widdern bei 60–85 kg.

Geschichtliches

Vor rund 10 000 Jahren wurden Schafe in Vorderasien von Menschen domestiziert. Das Mufflon ist der Stammvater aller Schafrassen, die wir heute kennen. In den alten Wirtschaftssystemen hatte das Schaf eine fundamentale Bedeutung und diente den Menschen als Lieferant für Wolle aber auch für Milch, sowie den Erzeugnissen daraus wie Joghurt, Kefir, Käse. Auch diente das Tier als Fleisch- und Felllieferant. Schafe liefern auch Rohmaterial wie Leime, Kerzen, Seife (Talg) und kosmetische Produkte. Zur Wurstherstellung wird der Darm der Schafe verwendet. Dieser wurde auch für das Bespannen von Tennisschlägern eingesetzt. Und der Schafkot dient als hochwertiger Dünger.

Als Gegenstand in der Kunst und Kultur findet das Schaf eine lange und vielfältige Tradition. So steht Hirt und Herde als Metapher für Pastor und Gemeinde. Auch der Begriff lammfromm wird gerne benutzt. Das Schaf findet in der Heraldik einen regen Einsatz auf verschiedensten Wappen europäischen Gemeinden. Auf der anderen Seite wird im Volksmund das Schaf gerne als Synonym für Feigheit und Dummheit verwendet. Und in Redensarten wie «Schäfchen ins Trockene bringen», «das schwarze Schaf sein» oder «der Wolf im Schafspelz» kommt das Schaf gerne vor.

Vorkommen & Verbreitung

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Verwendung

Lammfleisch enthält wertvolles Protein (ca. 20 g/100 g), verschiedene Mineralstoffe (Folsäure, Eisen, Kalium, Zink) und Vitamine (A, B12). In der Schweiz werden 3847 Tonnen Schaf- und Lammfleisch pro Jahr produziert, wobei der Totalkonsum bei einem Pro-Kopf-Konsum von 1,23 Kilogramm 10 457 Tonnen beträgt. So werden jährlich rund 6612 Tonnen importiert (Stand 2016, Proviande).

Gerne wird Lammfleisch als Burger vom Grill oder geschmortes Ragout konsumiert. Durch verschiedene ausländische Einflüsse wird das Fleisch mit einem orientalischen Twist zubereitet z.B. als Tajine (typisch marokkanisches Eintopfrezept), als Köfte (türkische Lammspiesse), aber auch nach alten traditionellen Rezepten wie z.B. Irish Stew (Lammeintopf mit Karotten und Kartoffeln) oder Schwyzer Hafenkabis (Lammeintopf mit Kabis). Auch die Prime Cuts wie die feinen Lammracks (Koteletts) sowie das Nierstück werden in der modernen Küche gerne verwendet, da sie einfach und schnell zubereitet werden können und sehr zart und geschmackvoll sind. Sie werden traditionell mit Rosmarin gewürzt und mit Kartoffeln und Jus serviert. Etwas aufwändiger, jedoch absolut lohnenswert sind auch Lammbraten oder eine gespickte Lammkeule aus dem Ofen. Zudem wird aus Lammfleisch regional auch Charcuterie wie Mostbröckli oder es werden würzige Trockenwürste hergestellt.

Milch: 
Die aus Schafmilch hergestellten Produkte sind vielfältig: Sie reicht von klassischen Milchprodukten wie Milch, Joghurt, Butter oder Käse bis hin zur Verwendung in Kosmetikartikeln wie Cremes, Shampoos oder Seifen.

Wolle: 
In der Schweiz fallen jährlich ca. 900 000 kg Rohwolle an: Mehr als Dreiviertel davon werden verwendet. Ob Bettdecken, Kissen oder Matratzen, Isolationsmatten, Strickwolle und Garn, Langzeitdünger für Gartenpflanzen oder gar Flugzeugsitze – die Verwendungsmöglichkeiten von Schafwolle sind schier unendlich.

Das in der Schafwolle enthaltene Wollwachs Lanolin wird unter anderem in der Kosmetik- und Textilindustrie eingesetzt.

Bezugsquellen

Schweiz

Bilder

Quelle: ProSpecieRara Quelle: ProSpecieRara Quelle: ProSpecieRara Quelle: ProSpecieRara

Quellen der Recherche

Beschreibung

ProSpecieRara (o.J.). Bündner Oberländer Schaf. Abgerufen am 1.10.2019 von Link

Beschreibung

Proviande Genossenschaft (o.J.). Abgerufen am 1.10.2019 von Link

 

Beschreibung

Schweizerischer Schafzuchtverband (o.J.). Produktion und Vermarktung. Abgerufen am 1.10.2019 von Link

 

Beschreibung

Steini’s Arche (o.J.). Bündner Oberländer Schaf. Abgerufen am 1.8.2019 von Link