Edelweiss Rongellen

Landwirtschaftliches Produkt

Quelle: Fructus (Dessertkirsche)

Benennung

Typ

  • Familie
  • Gattung
  • Typ

Systematik

Edelweiss, Dessertkirsche, Gelbe Gibrischt – Kirsche (BE)

Characteristika

Die Süsskirsche Edelweiss wächst auf kräftigen, schönen Bäumen mit regelmässiger Verzweigung. Sie sind anfällig für den Schrotschusspilz und deshalb in niederschlagsarmen Regionen (vor allem Felsberg) vorzufinden. Der Baum trägt mittelgrosse, leuchtendrote bis karminrote Früchte mit teilweise gelblichen Bäckchen. Die Früchte haben einen sehr schönen Glanz, sind jedoch sehr regen- und druckempfindlich. Das Fleisch ist weich, mittelfest, saftig (farblos), mit einem süss-säuerlichen, recht kräftigen, angenehmen Aroma. Jedoch ist das Fleisch schlecht vom Stein zu lösen.

Die Edelweiss ist eine edle Kirschensorte, die nur für die besten, trockenen Lagen geeignet ist, denn sie ist nicht transportfähig (keine Marktfrucht für lange Wege). Mit dem angehenden Klimawandel ist sie eine gefundene Spezialität für den lokalen Markt.

Geschichtliches

Der Ursprung der Bündner Kirschensorte Edelweiss ist unbekannt. Bei der Edelweiss, die 1935 Herr Komminoth in Plankis bei Chur kultivierte, handelte es sich nachweislich um die Frühe Edelkirsche (eine andere Sorte).

 

Die Edelweiss war im «Kirschendorf Felsberg» weit verbreitet, wo sie als Hauptkirschensorte galt.

Verwendung

Die Edelweiss kann für die Eigenversorgung und den Verkauf ab Hof angebaut werden, da sie sich nicht für lange Transportwege eignet. Sie ist eine ausgezeichnete Tafelkirsche mittlerer Reifezeit (Anfang bis Mitte Juli) mit kulinarischem Potential (Glace, Kirschenmost, Jogurt etc.).

Die Kirschsteine können in Chriesistein-Säckli als Alternative zur Bettflasche (speziell begehrt in den alten Häusern, wo nur Küche und Stube beheizt war) eingesetzt werden. Der Kirschenstieltee (in Apotheken erhältlich) wurde gegen Husten, Heiserkeit, Gallensteine, Nieren- und Blasenleiden empfohlen. (Tee von Kirschenstielen: https://doazmol-rezepte.ch/archive/9562)

In «Ein schön Kochbuch 1559 – Das älteste deutschsprachige Kochbuch der Schweiz» sind verschiedene Rezepte mit Kirschen zu finden, unter anderem auch der Churer Kirschenkuchen (auflaufartige Bündnerspezialität). Die darin erwähnte Weinstein-Kirsche ist jedoch in Graubünden nicht mehr bekannt.

Bezugsquellen

Schweiz

Quellen der Recherche

Beschreibung

Anonym (Dezember 1912). Der Obstbau in den Gebirgsgegenden Graubündens. In: Schweizer Obstbauer, 255–258. Münsingen: Buchdruckerei Fischer.

 

Bolli, P. (1988). Obstland Graubünden. Tradition, Entwicklung und Bedeutung des Bündner Obstbaus. Chur: Verlag M & T – Helvetica.

 

Fructus Datenbank (1986 – 1998). c/o Peter Enz.



Fructus (2015). Sortenliste Kirschen. Abgerufen am 1. August 2019 von Link

 

Letsch, W. (2018). Ein schön Kochbuch 1559 – Das älteste deutschsprachige Kochbuch der Schweiz. In: Quellen und Forschung zur Bündner Geschichte, Staatsarchiv Graubünden, 36, 431 – 434. Chur: Verlag Desertina.

 

Kobel, F. (1937). Die Kirschensorten der deutschen Schweiz. Bern Bümpliz: Verlag Benteli AG.

 

Truog, L. (1808). Pomologisch-praktische Grundsätze, vorzüglich zur Empfehlung guter Kernobstsorten. In: Der neue Sammler: ein gemeinnütziges Archiv für Bünden, 4(1), 77 – 92.

 

Wassali, F. (1860). Der Obstbau im Kanton Graubünden. In: Bündnerisches Monatsblatt: Zeitschrift für bündnerische Geschichte, Landes- und Volkskunde, 11(4), 57–63.

 

Winkler, J. (1888). Obstkellerinventar Domleschg – Grundlagen-Untersuchung zur Revitalisierung des traditionellen Domleschger Obstbaus; Folgestudie des Humangeographischen Geländepraktikums vom Sommer 1985 in Pratval GR (Prof. Dr. Lienhard Lötscher, Geographisches Institut der Universität Basel). Abgerufen am 1. Juli 2019 von Link