Schwarzes Alpenschwein

Landwirtschaftliches Produkt

Quelle: Pro Patrimonio Montano

Benennung

Typ

  • Familie
  • Gattung
  • Typ

Systematik

Alpschwein, geschecktes Alpenschwein, Suino nero delle Alpi

Characteristika

Das in der Schweiz vor 40 Jahren ausgestorbene Schwarze Alpenschwein ist ein friedliches Tier und nicht so stur wie das Hausschwein. Sein schwarzes Fell kommt von seiner schwarzen Haut, das es vor der Sonne, aber auch vor Parasiten schützt. Es gibt auch Tiere mit einem gefleckten Fell. Sein Körper ist mit den langen Beinen und dem kurzen Rumpf ideal für die Alpen. Das Alpenschwein ist ein guter Landschaftspfleger: Es gräbt gerne in der Erde und lockert so den Boden auf. Ihm schmeckt Unkraut insbesondere Backen und Ampfern sehr, wofür sich Rinder nicht interessieren.

 
Das Schwarze Alpenschwein verbringt meist etwa 90 bis 100 Tage pro Jahr auf der Alp. In dieser Zeit nutzen die Schweine die grosse Artenvielfalt an Berggräsern und Kräutern. Die inhaltsreichen, aromatischen Pflanzen (z.B. Berg-Wegerich, Alpen-Rispengras, Thymian, Schafgarbe etc.) geben ihrem Fleisch den einzigartigen Geschmack. Durch die Aufnahme von Grünfutter auf der Alp reichern sich im Fleisch der Alpschweine zudem wertvolle Omega-3-Fettsäuren an, die im modernen Schweinefleisch fehlen. Durch die ständige Bewegung der Tiere und das langsamere Wachstum wird das Fleisch kompakter und das Fett als Geschmacksträger verteilt sich besser im Körper. Deshalb erhält das Fleisch eine exzellente Marmorierung.

 

Die alte Rasse zeichnet sich durch grosse Robustheit aus, da sich die Schweine an ein Leben im Freiland gewohnt sind. Sie brauchen daher wenig Betreuung oder Medikamente. Die Schwarzen Alpenschweine sind allerdings eine Extensivrasse, die eine lange Aufzuchtphase benötigt. Eigener Nachwuchs gibt es im Alter von rund 18 Monaten. Masttiere werden erst anderthalbjährig geschlachtet.

 

Gewicht: Sauen 130–160 kg, Eber 150–180 kg

Produktivität: 2 Würfe pro Jahr mit 8–12 Ferkeln

Geschichtliches

Die traditionellen Alpenschweine waren ein lebendes Kulturgut des Alpenraumes. Denn seit jeher waren sie ein wesentlicher Bestandteil des landwirtschaftlichen Bergbetriebes und wichtig als Fleisch- und Fettlieferanten – insbesondere als Energieträger für die hart arbeitende Bergbevölkerung oder als Schmalzreserven für Notzeiten. Entsprechend wurden die Rassen selektioniert und gefüttert. Dies führte zu einer hohen Biodiversität innerhalb der Schweinebestände in den Alpentälern. Diese erarbeitete Diversität konnte in den kleinen Wirtschaftsräumen über viele Generationen erhalten werden. So hatten die jeweiligen Alpenbewohner ihre Schweinerasse, die mit den hofeigenen Futtermitteln am besten gehalten werden konnten. Aufgrund der schwarzen oder gefleckten Farbe wurden unter dem Namen «Schwarzes Alpenschwein» eine grosse Anzahl von Schweinerassen der Bergebiete zusammengefasst.

 

Vor hundert Jahren wurden fast alle europäischen Schweinerassen von fremdländischen Leistungsrassen verdrängt – im Alpenraum sogar vollständig. Die letzten Bestände der alten Bündner Schweine haben in der Region am Splügen und Lukmanier überlebt. In den 80er Jahren versuchte ProSpecieRara diese alte Rasse ausfindig zu machen, musste jedoch leider feststellen, dass auch die letzten Tiere verschwunden waren. Das Schwarze Alpenschwein galt in der Schweiz als ausgestorben. Wie durch ein Wunder wurde 2013 eine letzte Gruppe des Schwarzen Alpenschweins, auch Veltliner oder Bündner Schwein genannt, gefunden. Pro Patrimonio Montano konnte daraufhin einen neuen Bestand aufbauen.

Vorkommen & Verbreitung

Erlebnisregionen graubündenVIVA

Verwendung

Das Fleisch des Schwarzen Alpenschweins ist dank der schönen Marmorierung und dem köstlichen Fett eine Delikatesse. Es schmeckt vom Grill als Hamburger oder Kotelett genauso wie verarbeitet zu Würsten oder Charcuterie.

Bezugsquellen

Schweiz

Bilder

Quelle: Pro Patrimonio Montano Quelle: Pro Patrimonio Montano Quelle: Pro Patrimonio Montano

Quellen der Recherche

Beschreibung

Anonym (2019). Hausschwein. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Abgerufen am 11. August 2019 von Link

 

Fundus Agri-Cultura Alpina (2019). Schwarzes Alpenschwein. Abgerufen am 20. Juli 2019 von Link

 

Natur- und Tierpark Goldau (o.J.). Schwarzes Alpenschwein.Abgerufen am 20. Juli 2019 von Link

 

Pro Patrimonio Montano (o.J.). Schwarzes und geschecktes Alpschwein. Abgerufen am 20.07.2019 von Link

 

Pro Patrimonio Montana (9. August 2019). Persönliche Korrespondenz.