Produkt Kulinarische Schätze

Pizzoccheri

Pizzoccheri
Kräftig, nahrhaft und tief in der Bergküche verwurzelt: Pizzoccheri erzählen von einem Alltag, in dem einfache Zutaten genügen mussten. So entstand ein Gericht mit Geschichte, das im Puschlav seit Jahrhunderten fest zur Esskultur gehört.

Zwischen Puschlav und Veltlin.

Pizzoccheri haben ihren Ursprung im Puschlav und verbinden die Region kulinarisch mit dem benachbarten italienischen Veltlin. Über lange Zeit gehörten sie zur alltäglichen Ernährung der Bergbevölkerung. Der dunkle Teig aus Buchweizen und etwas Weizenmehl wurde ursprünglich direkt ins siedende Wasser ausgestrichen und zusammen mit Gemüse gekocht. Erst im 20. Jahrhundert setzte sich die heute bekannte Form durch, bei der der Teig ausgewallt und in kurze Nudeln geschnitten wird. Geblieben ist bis heute das Schichten mit Käse und Butter, das dem Gericht seinen unverwechselbaren Charakter verleiht.

Nahrhaftes Arme-Leute-Essen.

Als «il piatto ricco dei poveri» – «das reichhaltige Arme-Leute-Essen» – lieferten Pizzoccheri früher die nötige Energie für harte Arbeit auf Feld und Hof. Buchweizen spielte dabei eine zentrale Rolle: Anspruchslos im Anbau und nahrhaft eignete er sich besonders gut für die Bedingungen im Berggebiet. Im unteren Puschlav und im Veltlin wurde er seit dem 16. Jahrhundert bis in die 1950er-Jahre angebaut und war eine wichtige Ergänzung der regionalen Ernährung.

Vom Alltagsgericht zum kulinarischen Erbe

Die Rezepte wurden über Generationen hinweg innerhalb der Familien weitergegeben. So entstanden zahlreiche Varianten, die sich von Dorf zu Dorf unterscheiden, etwa bei der Wahl des Gemüses oder der Käsesorte. Heute werden Pizzoccheri bewusst als Teil der regionalen Esskultur gepflegt. Initiativen wie die Wiederbelebung des Buchweizen-Anbaus im Puschlav seit 2007 zeigen, dass Tradition kein Stillstand ist, sondern sich weiterentwickelt.