Produkt Kulinarische Schätze
Tatsch
Zubereitung und Varianten
Tatsch entstand aus der Notwendigkeit, mit stets verfügbaren Zutaten eine sättigende Mahlzeit zuzubereiten. Die Grundlage ist ein dickflüssiger Teig aus Mehl, Eiern und Milch oder Milchwasser. Zunächst bäckt man ihn als zusammenhängende Masse in Fett aus, danach reisst man ihn mit einer Kelle grob auseinander und brät ihn weiter. Das verleiht dem Gericht seine charakteristische Form und unterscheidet Tatsch von klassischen Omeletten oder Pfannkuchen.
Tatsch kann süss oder pikant zubereitet werden, etwa mit Zucker, Apfelmus, Kompott oder Weinbeeren oder herzhaft mit Käse. Feste Beilagen sind nicht überliefert – serviert wurde, was verfügbar war. Tatsch kann zudem als Beilage zu einem Fleischgericht dienen.
Namensherkunft und Etymologie
Der Name «Tatsch» stammt aus dem alemannisch-schweizerdeutschen Sprachraum und bezeichnet etwas Flachgedrücktes. In Zusammensetzungen wie «Eiertätsch» oder «Tätschli» wird der Begriff für eine flache Masse verwendet, die in der Pfanne gebraten wird. Diese Bedeutung passt gut zur Form und zur Zubereitung von Tatsch. Der Name ist sowohl im Bündnerdeutschen wie auch im Rätoromanischen nahezu unverändert belegt. Auch in romanischsprachigen Regionen Graubündens heisst das Gericht «Tatsch» oder «Tatscha».
Tatsch von damals bis heute
Tatsch steht in der Tradition einfacher Bündner Mehl- und Eierspeisen und ist vor allem mündlich überliefert. Heute wird die Teigspeise als Frühstück, Hauptmahlzeit oder Dessert serviert und findet sich sowohl in privaten Haushalten wie auch in der Gastronomie. Tatsch steht exemplarisch für eine Küche, die nicht spektakulär sein will, sondern vielseitig, bodenständig und nah am Alltag.