Produkt Kulinarische Schätze
Marroni
Kastanienselven Graubündens
Heute gibt es in Graubünden rund 100 Hektaren bewirtschaftete Kastanienwälder. Im Bergell befinden sich zwischen Castasegna und Soglio die grössten zusammenhängenden Kastanienselven Europas. Der grösste Puschlaver Hain zählt rund 2000 Bäume. Oberhalb von Soazza im Misox gibt es bis zu 800 Jahre alte Edelkastanien mit einem Umfang von bis zu sieben Metern zu bestaunen.
Vom Brotbaum zum Genuss
Die Edelkastanie kam vermutlich vor rund 2000 Jahren mit den Römern in die Südtäler. Über Jahrhunderte war sie ein wichtiges Grundnahrungsmittel und wurde wegen ihrer guten Haltbarkeit zum «Brotbaum». Heute erlebt sie eine kulinarische Renaissance.
Traditionelle Verarbeitung
Im Bergell werden die Kastanien traditionell in den «Cascine» über mehrere Wochen getrocknet. Anschliessend werden sie geschält, sortiert oder zu Mehl verarbeitet. Im Puschlav ist die kleine, aromatische Sorte Tudiscia bekannt. Eine besondere Spezialität sind die «Brasché»: Kastanien, die über dem Holzfeuer geröstet werden.
Genuss aus den Südtälern
Ob heiss aus dem Feuer, als Beilage oder in süssen Spezialitäten – das leicht süssliche, nussige Aroma macht die Kastanie vielseitig einsetzbar. Kastanienfeste im Bergell, Misox und Puschlav laden im Herbst dazu ein, die besondere Frucht zu entdecken und die lebendige Kastanienkultur zu feiern.