Produkt Kulinarische Schätze

Gazosa

Gazosa
Feine Kohlensäure, Bügelverschluss und ein hörbares «Plopp»: Gazosa gehört seit Generationen zur Getränkekultur der Bündner Südtäler. Was einst als regionales Alltagsgetränk begann, entwickelte sich weit über Graubünden hinaus zum Kultprodukt.

Aus dem Misox in die ganze Schweiz

Die Geschichte der Gazosa ist eng mit dem Misox verbunden. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts verbreitete sich das Wissen um die Herstellung kohlensäurehaltiger Getränke in den südlichen Tälern Graubündens. Einen wichtigen Schritt markierte das Jahr 1921, als Francesco Tonna in Grono mit der Produktion seiner Gazosa begann. Bis heute prägt die traditionelle Herstellung die regionale Getränkekultur des Tals.

Typisch bis heute

Charakteristisch für Gazosa ist die Glasflasche mit Bügelverschluss. Beim Öffnen steigt feine Kohlensäure auf und macht den ersten Schluck zum kleinen Ritual. Auch das ungewöhnliche Format von 35 cl gehört bis heute zum typischen Erscheinungsbild. Früher trank man Gazosa in den Bündner Tälern oft pur oder als Begleiter zu Bier und Wein. Besonders beliebt war die Mischung mit Bier, die für zusätzliche Frische sorgte.

Zwischen Tradition und Kultstatus

Im Laufe des 20. Jahrhunderts verschwand Gazosa vielerorts aus dem Alltag. Industrielle Softdrinks dominierten zunehmend den Markt. Erst mit der Wiederentdeckung regionaler Produkte fand die Limonade zurück in Bars, Cafés und Grotti. Heute verbindet Gazosa traditionelle Herstellung mit modernem Lifestyle und steht exemplarisch für eine regionale Spezialität, die ihre Wurzeln bewahrt hat.