Produkt Kulinarische Schätze
Sauerteigbrot
Brot aus rauen Bedingungen
Sauerteigbrot hat in Graubünden eine lange Tradition und ist eng mit den Bedingungen im Berggebiet verbunden. Sauerteig entsteht aus Mehl und Wasser und macht den Teig durch natürliche Gärung backfähig. Roggen gehörte zu den wenigen Getreidesorten, die auch in höheren Lagen zuverlässig wuchsen und liess sich nur mit Sauerteig zu Brot verarbeiten. So wurde diese Methode zur Grundlage der regionalen Brotkultur. Familien hegten und pflegten ihr «Anstellgut» und gaben es meist von Generation zu Generation weiter.
Gemeinschaft und Alltag
Gebacken wurde früher nicht täglich, sondern in grösseren Abständen und oft gemeinsam. In vielen Dörfern nutzte man Backhäuser, die zugleich Orte des Austauschs waren. Familien bereiteten ihren Teig vor und brachten ihn zum gemeinsamen Backen. So entstand nicht nur Brot, sondern auch ein Stück gelebte Gemeinschaft. Die Brote waren so geformt, dass sie schnell trockneten und lange haltbar blieben. Sauerteig-Roggenbrot war über Jahrhunderte Grundnahrungsmittel auf Höfen und Alpen und ein zentraler Bestandteil der Selbstversorgung.
Tradition mit neuer Aufmerksamkeit
Heute erlebt Sauerteigbrot eine neue Wertschätzung. Bäckereien und Gastronomiebetriebe greifen alte Verfahren wieder auf und verbinden sie mit zeitgemässem Handwerk, etwa durch die Verwendung alter Getreidesorten oder die Pflege eigener Sauerteigkulturen. Dabei steht nicht nur der Geschmack im Vordergrund, sondern auch die Geschichte dahinter. Sauerteigbrot ist damit mehr als ein Grundnahrungsmittel. Es symbolisiert eine alpine Esskultur, die aus einfachen Mitteln entstanden ist und bis heute weiterlebt.